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Menschen am Attersee

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Vor über 5.000 Jahren rammten die ersten Siedler am Attersee Stäbe in den Boden, die ihre Häuser tragen und schützen sollten. Am größten See Österreichs errichteten die so genannten Pfahlbauer das Zentrum ihrer Kultur. Und die hat noch heute Einfluss auf Menschen und Kulinaria am Attersee.

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Badehaus litzlberg
Noch heute gibt es am Attersee Pfahlbauten – als private Badehäuschen rund um den See.
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Sie waren die Stars der Jungsteinzeit: Die Pfahlbauer. Denn erst ihre Erfindung machte es möglich, dauerhaft dort zu siedeln, wo Leben und damit auch Nahrung ist – am Wasser.

Bis 6.000 v. Chr. mussten die Menschen lange Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen. Strecken, die beschwerlich waren, gar gefährlich oder tödlich. Wie also abkürzen? Die Idee: Stelzen. Die schützen vor Feinden und vor dem Wasser, das bei Regen und Flut ebenso bedrohlich sein kann.

Am Attersee gab es in verschiedenen Siedlungsphasen mehr als 30 Pfahlbaudörfer. Sie standen sowohl rund um den See als auch an Flüssen und Mündungen im Umland. Zwischen einem halben und drei Metern über dem Boden thronten die Hütten, teilweise wurden sie mit Stegen verbunden. Die Riegel- oder Blockwandaufbauten wurden sogar schon mit Rinde gedämmt und mit Lehm verputzt – Anzeichen für den ersten modernen Siedlungsbau.

Eines der ältesten Freilichtmuseen in Europa war ein Pfahlbaudorf in Kammer am Attersee. Es wurde 1910 errichtet und 1922 für den Film "Sterbende Völker" abgebrannt. Dennoch: Wer um den Attersee fährt, entdeckt die Pfahlbauten überall. Heute allerdings als private Badehäuschen.

Badehaus litzlberg
Noch heute gibt es am Attersee Pfahlbauten – als private Badehäuschen rund um den See.
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Im Einbaum in die Steinzeit reisen
Gerald "Gerry" Egger und seine Kollegen kontaktierst Du am besten über die Website "Pfahlbau am Attersee". Hier findest Du alle Führungen und Termine, Fragen und Antworten rund um das Thema Pfahlbau und Gerrys eMail-Adresse.

Pfahlbau-Bier trinken im Restaurant Hoangarten
Zum Genusszentrum Hoangarten in Palmsdorf am Attersee gehören die Brauerei Kaltenböck und die Mostschenke zum Hoangarten, die im 300 Jahre alten Bauernhaus untergebracht ist. Im Sommer sitzt man draußen umgeben von Streuobstwiesen und genießt zum Bier oder Most eine Brettljause.

Erlebnisführungen im Naturpark Attersee-Traunsee
Kräuterpädagogin und Archäobotanikerin Bärbel Ranseder bietet ihre Erlebnisführungen über die Homepage des Naturparks Attersee-Traunsee an. Neben einem Nachmittag mit der "Pfahlbäuerin aufgetaucht" gibt es auch "Wildes für Gaumen und Geist" oder "Krimi und Kräuter".

Gut essen im Restaurant Langostinos
Christian Rutschetschin kocht ganz bewusst mit vielen heimischen Produkten und vor allem viel Fisch in Schörfling am Attersee. Auf der Homepage des Restaurants Langostinos kannst Du Dir schon vorab die Speise- und Weinkarte ansehen.

Tortenschlacht in der Konditorei Ottet
Das Ehepaar Ottet macht nicht nur köstliche Pralinen, sondern auch kreative Kuchen und Torten. Im Ortszentrum von Schörfling kann man sich entweder im Kaffee durch die Theke essen oder einen Korb voll mit nach Hause schleppen.

Schnapseln bei d'Brennerin
Brennerin Rosi Huber wohnt und brennt ihren Schnaps in ihrem Haus unterhalb der Seestraße in Weyregg. Achte unbedingt auf die Öffnungszeiten im Internet!

Weitere Informationen und Ideen für den Urlaub am Attersee gibt es auch immer beim Tourismusverbandes Attersee-Salzkammergut.





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Pfahlbauerin aufgetaucht Bärbel Ranseder Attersee

Wenn Bärbel Ranseder von ihrem Werdegang erzählt, ist es genau genommen eine Geschichte der Rückentwicklung. Nicht, was ihr Wissen angeht, sondern ihr Interesse: Die Geschichte der Pfahlbauer versetzte die Kräuterpädagogin über 5.000 Jahre zurück. Als "Pfahlbauerin aufgetaucht" bringt sie heute Geschichten aus drei Metern Seetiefe, wo die Ausgrabungen liegen, mit nach oben und vermittelt Wissen rund um Leben und Ernährung der Pfahlbauer.

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Dass der Quendel also in die Pfahlbau-Hauptspeise gehört, ist für Bärbel klar. Aber was noch? Bei der Frage muss Christian Rutschetschin, Inhaber und Koch des Schörflinger Restaurants "Langostinos", helfen.

"Die Pfahlbauer haben sich eigentlich hauptsächlich von Brei aus Einkorn, Emmer und Weizen ernährt", erzählt Bärbel. "Doch damit würden wir uns nach heutigen Maßstäben kaum zufrieden geben."

Also hat sich auch Koch Christian auf eine Inspirationsreise begeben, um sich in einen Pfahlbauern hineinzuversetzen. Die Idee zur Hauptspeise kam ihm schließlich bei einem Spaziergang in den Wäldern um den Attersee.

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Und so genießen Bärbel und Christian ihren Pfahlbau-Hauptgang: Überm selbst entzündeten Feuer gebraten mit allem, was der Garten und die Wiesen rund um den Attersee hergeben.

Quendel, der wilde Thymian aus der Steinzeit, eignet sich noch heute als Zutat für moderne Interpretationen des Paläo-Food-Trends.

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Familie Brauerei Kaltenböck, Genusszentrum Hoangarten

Die Brüder Volkher und Herwig Kaltenböck haben geschafft, wovon viele träumen: Sie haben Familien gegründet, sind dennoch eng verbunden geblieben und haben in ihrer Heimat Palmsdorf am Attersee ihr Hobby zum Beruf gemacht. Die Brauerei Kaltenböck ist heute Teil des Genusszentrums Hoangarten, einer Gaststätte mit Biergarten und Blick aufs Höllengebirge.

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Der Sud ist das Herzstück einer neuen Biersorte. Dazu kochen die Kaltenböcks mehrere verschiedene Sude und geben sie dem Bier zu. Welche Gewichtung von Zutaten am besten schmeckt, stimmt die Familie gemeinsam ab. Ganz demokratisch, bei einer Verkostung mit Punktesystem.

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Pfahlbau-Bier Brauerei Kaltenböck Attersee

Das Pfahlbau-Bier hat im Entstehungsjahr bereits den Titel "Bier-Innovation 2016" und das Qualitätssiegel der Austrian Beer Challenge gewonnen. Was Herwig und Volkher freut und motiviert.

"Wir wollen weiter experimentieren", sagt Volkher. "Mit Tontöpfen, Feuer und den schlichten Werkzeugen, die es damals gegeben hat." "Und ohne Reinzuchthefen, sondern nur mit wilden", ergänzt Herwig. Da sind sich die Brüder mal wieder einig.

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Pfahlbau-Praline Konditorei Ottet Attersee

Für ausgefallene Torten und Pralinen ist die Konditorei Ottet in Schörfling bekannt. Die kleinen Kugeln sind so ausgesucht gut, dass man sie auch an Bord einiger Privatjets zum Nachtisch reicht. Klassiker wie die „Klimt-Praline" haben letztes Jahr eine kleine Schwester bekommen – die Pfahlbau-Praline.

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Waltraud und Karl Ottet Konditorei

Waltraud und Karl Ottet sind am Attersee aufgewachsen, seit 1949 ist die Konditorei in Familienhand. Und seit jeher wird hinten in der Backstube ständig Neues ausprobiert und Süßes passend zum See entwickelt.

So bekommt beispielsweise jede Klimt-Praline ein kleines Goldblatt aufgeklebt – als Hommage an den berühmten Maler, der vom Attersee inspiriert wurde. Und als die Ottets von der Landesausstellung zum Thema Pfahlbau hörten, wurden sie selbst inspiriert.

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Pfahlbaupraline Pfahlbauschnaps

Die hübsche Verpackung hat Waltraud entworfen, die Rezeptur stammt von Karl. Biohanf und Zartbitterschokolade umhüllen eine cremige Himbeermousse, die besonders abgeschmeckt ist: Mit dem Digestif des Pfahlbau-Menüs – dem Pfahlbau-Schnaps von Rosi Huber aus Weyregg.

Überhaupt beziehen die Ottets ihre Zutaten wo immer es geht aus der Region. Den Schnaps vom Attersee, den Hanf aus dem Waldviertel. „Nur Kakao bekommt man hier nun einmal nicht", bedauert Waltraud.

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Rosi Huber ist weit über die Ufergrenzen des Attersees bekannt. Als „D'Brennerin" ist sie bereits die dritte Generation einer Frauendynastie, die in Weyregg am Ostufer Schnäpse und Liköre unterschiedlichster Sorten destilliert. 2016 kam ein neues „Schnapserl" hinzu: Der Pfahlbau-Schnaps.

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Medaille Schnaps Brennerin

Der Apfelbrand aus der Sorte Golden Delicious, den Rosi als Basis für den Pfahlbau-Schnaps verwendet, ist sogar schon prämiert worden. 2016 sammelte sie bei einer Prämierung bäuerlicher Brände und Liköre die Goldmedaille ein. Die allerdings verschwindet zwischen den unzähligen weiteren Edelmetall-Auszeichungen, die neben, unter und über ihr an der Wand des Schnapsladens hängen. 

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Lamponi und Ambrosa – nach der Himbeere, dem Bernstein und der Erzeugerin benannt – denn Rosi heißt eigentlich Rosa. Das Originalrezept für die beiden Ur-Sorten hat sie übrigens bei der Schnapstaufe feierlich im See versenkt. „Wobei da einige ein Handy mit GPS dabei hatten", erinnert sie sich. „So ganz geheim wird's wohl net sein."

Im Sommer öffnet Rosi ihr Geschäft täglich, im Winter vergibt sie ganz exklusiv Termine. Zum Schnapseln und Geschichte Schnuppern – schließlich wohnt die Brennerin dort, wo einst das Schloss Weyregg stand.

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